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Luzerner Shiptec baut Schweizer Armeeboote

Die Werft-Tochterfirma der SGV baut zusammen mit einem finnischen Unternehmen 14 Patrouillenboote für die Schweizer Armee. Die Kosten beziffern sich auf insgesamt 49 Millionen Franken.
12.01.2018 | 08:32
Aktualisiert:  12.01.2018, 21:00

Rainer Rickenbach

Es sei ein «schöner Auftrag», sagt Pius Barmet, Leiter Marketing und Verkauf bei der Shiptec AG. Bei ihr handelt es sich um eine Werft-Tochtergesellschaft der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV).

Sie beschäftigt mehr als 70 Angestellte. Sie warten die SGV-Flotte, haben die Motorschiffe «Saphir» sowie «Diamant» ­geplant und gebaut und arbeiten auch für Drittkunden. Zurzeit ist die Werft daran, das Schiff zu ­erstellen, das bald im Stundentakt Luzern mit der Bürgenstockbahn verbindet. Shiptec erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen ­Umsatz von 18,4 Millionen Franken. Sie ist die grösste Schiffbauerin der Schweiz und versteht sich auch auf das Engineering.

Nun stösst zum ersten Mal die Schweizer Armee zum Kundenkreis der SGV-Tochtergesellschaft. Das Bundesamt für Rüstung gab der finnischen Reederei Marine Alutech vierzehn von den Skandinaviern entwickelten ­Serienboote in Auftrag. Acht von den Aluminium-Wassergefährten werden zum grossen Teil in der Schweiz gebaut, die restlichen sechs nach der Produktion in Finnland schliesslich in Luzern zu Ende ausgerüstet.

Das gesamte Investitions­volumen für die Neubeschaffung beträgt gemäss Armeebotschaft 49 Millionen Franken. «Wie es sich genau zwischen den Finnen und uns verteilt, lässt sich noch nicht genau sagen. Jedenfalls ist die Wertschöpfung in der Schweiz gross genug, um auf Gegengeschäfte zu verzichten, die sonst bei Rüstungsgeschäften üblich sind», erklärt Barmet.

Schiffsarbeiten werden 2019 und 2020 ausgeführt

Die Werft-Mitarbeitenden werden in den kommenden beiden Jahren mit dem Militärauftrag ­beschäftigt sein. Barmet: «Es gibt natürlich Überlappungen, doch wir bauen die Patrouillenboote eines nach dem andern. Das ­Militär wollte ein Boot, das bereits erprobt und getestet ist. Die Wahl fiel auf den Typ des finnischen Unternehmens, darum die Zusammenarbeit mit Marine Alutech.» Bereits vor zwei Jahren gab es Testfahrten auf dem Vierwaldstättersee. Es ist nicht das erste Mal, dass Shiptec bei Aluminiumschiffen mit den Finnen zusammenarbeitet.

Das neue Patrouillenboot 16 der Armee soll auf den Schweizer Gewässern für Personenrettungen, Patrouillenfahrten und Überwachungstätigkeiten zum Einsatz kommen. Es bietet Platz für 15 Personen und bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Stundenkilometern.

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