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12.10.2017 04:39

Nur noch schwache Erektion: Soll ich Viagra nehmen?

BEZIEHUNGEN ⋅ Ich bin 74-jährig und bin mit einer etwas jüngeren Frau zusammen. Sie hat den Wunsch, mit mir wieder Geschlechtsverkehr zu haben. In letzter Zeit befriedigte ich sie jeweils auf andere Art, weil ich nur noch eine schwache Erektion habe. Ich überlege nun, ob ich mit einem Medikament wie Viagra nachhelfen sollte.

Die Einnahme eines sogenannten PDE-5-Hemmers etwa über Viagra ist eine Möglichkeit, die für Sie passen könnte. Denn sie unterstützt einen schwachen, aber noch vorhandenen Erektionsmechanismus. Der durch eine sexuelle Stimulation ausgelöste Durchblutungseffekt wird durch das Medikament verstärkt und führt dann idealerweise zu einer sichtbaren Erektion.

Es gibt aber körperliche Ursachen, bei denen PDE-5-Hemmer nicht angebracht sind. Und jedes zweite Medikament, das im Internet bestellt wird, enthält entweder weniger Wirkstoff, oder es sind stark gesundheitsgefährdende Lackarten eingearbeitet. Eine ärztliche Untersuchung und Verschreibung ist daher zwingend.

Pumpen oder trainieren

Alternativen wären das Auftragen eines erektionsfördernden Gels oder der Einsatz einer Vakuumpumpe. Weiterhin kann das Training der Beckenbodenmuskulatur sinnvoll sein, denn ein schwacher Beckenboden ist eine verbreitete Ursache für eine mangelnde Erektion.

Oftmals hilft es aber schon, die Erektion durch Bewegung und eine vertiefte Atmung beim Sex zu unterstützen. Viele Männer bewegen sich mit angespanntem Körper und viel Anstrengung vor und zurück. Dies lässt wenig Bewegungsfreiheit, und Sie spüren auch weniger.

Wenn die Muskeln im Unterkörper und in den Oberschenkeln zu fest angespannt sind, fliesst das Blut nicht so gut hindurch, wodurch es zu Erektionsproblemen, aber auch zu einem vorzeitigen Samenerguss, mangelnder Lust und mangelnder Befriedigung kommen kann.

Führt man dagegen mit dem Becken eine Bewegung aus, wechseln die Muskeln zwischen Anspannung und Entspannung, die Durchblutung wird gefördert. Das ist gut für die Erregung, das Spüren und den Genuss (Infos hierzu für junge und junggebliebene Leute: www.lilli.ch/sexualitaet_sexuelle_probleme_mann /).

Über den Geschlechtsverkehr hinaus gibt es natürlich noch andere Arten, befriedigenden Sex zu haben. Sie scheinen da ja schon recht kreativ zu sein. Da Ihre Partnerin konkret den Wunsch nach Geschlechtsverkehr äussert, lohnt sich vielleicht die Frage, worum es ihr dabei geht. Möchte sie beim Sex körperlich ausgefüllt werden, oder sehnt sie sich nach dem Gefühl der Vereinigung und der intensiven Nähe?

Sexuelle Intimität

Geht es ihr um das Ausgefülltsein und haben Sie beide Lust auf Spielzeuge, könnten Sie sich in einem guten Erotikshop verschiedene Dildos zeigen lassen. Geht es ihr um die sexuelle Intimität, könnten Sie den nichterigierten Penis einführen und ein langes, nahes Beieinandersein geniessen. Dieser «Slow sex» ist nicht nur bei Problemen mit der Erektion eine schöne Art, Sex zu haben, sondern bietet auch Paaren, die sich nicht mehr voller Leidenschaft aufeinander stürzen, eine Alternative («Slow sex» bezieht sich auf den Buchklassiker von Diana Richardson).

Zwischen all diesen Möglichkeiten haben Sie nun die Wahl: Sie können sich für eine entscheiden oder aber mal die eine, mal die andere nützen.

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